Bardolino – der beliebte Rotwein des Gardasees

Weintrauben

Venetien ist die Heimat einiger der bekanntesten italienischen Qualitätsweine, wobei die Bardolino-Weine zu den elegantesten der Region gehören.

Die Weine werden aus Rebsorten hergestellt, die entlang der malerischen Hügellandschaft Venetiens mit Blick auf den Gardasee, etwa 40 Kilometer westlich der Stadt Verona, gedeihen. Die Weine, die ihren Namen von der Stadt Bardolino haben, wurden 1968 als D.O.C. (Denominazione di Origine Controllata) anerkannt. Sie weisen zwar Ähnlichkeiten mit den Valpolicella-Weinen auf, unterscheiden sich aber hinsichtlich ihrer Herstellung, des spezifischen Klimas und der Bodenstruktur, in der sie angebaut werden, die mehr Ton und Kalkstein enthält.

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Das Anbaugebiet



Das Anbaugebiet des Weins und seiner Rosé-Version Chiaretto liegt am Ostufer des Gardasees. Unterhalb der Alpenvorberge, die bis ins Trentino-Südtirol reichen. Dieses atemberaubende Weingebiet liegt am südöstlichen Ufer des Gardasees und umgibt die Städte Bardolino, Affi, Cavaion, Costermano sowie Garda und Lazise.

Im Süden liegen flache, fruchtbare Ebenen, in denen der Wein aus hohen Traubenerträgen gewonnen wird. Etwa 45 % der Weinproduktion stammt aus der Region Bardolino Classico. Im Gegensatz zu den benachbarten venetischen DOP's Soave und Valpolicella scheint es aber weniger terroirbedingte Unterschiede zwischen dem in der Region Classico erzeugten Wein und dem aus der größeren DOP-Zone zu geben.

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Die Weinberge des Bardolino spiegeln sich mitunter im Gardasee wieder. Außerdem ist die voralpine Umgebung reich an mediterranen Farben und Düften. Das milde Klima, die Sonneneinstrahlung, das perfekte Gleichgewicht zwischen Regen und Temperatur, die Vielfalt der Böden aus Sand, Kieselsteine und Ton, die Leidenschaft und das Können der Winzer machen den Bardolino schließlich zu einem besonders angenehmen Wein, der auf internationaler Ebene sehr geschätzt wird. Auf jeden Fall ist die Traubenmischung die gleiche wie bei den Valpolicella-Weinen und besteht hauptsächlich aus Corvina, Rondinella sowie Moinara. Das Ergebnis ist allerdings ein ganz anderer Wein, auch wenn Valpolicella nur wenige Kilometer vom Weinbaugebiet Bardolino entfernt ist. Ein Beweis für die grundlegende Bedeutung des Terroirs für das Endergebnis der Weinherstellung.

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Bardolino



Der Bardolino wird hauptsächlich aus Corvina Veronese Trauben hergestellt. Dazu kommen dann kleinere Mengen an Rondinella und einige kleinere Trauben. Eine Komponente von bis zu 20 Prozent Molinara ist ebenfalls zulässig. Der Corvina ist hier und im westlichen Venetien allgemein als die beste Traube anerkannt. Seine Vormachtstellung wurde jedoch in den 1970er und 1980er Jahren vom Molinara in Frage gestellt, da er hohe Erträge erzielen kann. Glücklicherweise wurde das Potenzial von Corvina nie vergessen und es gibt den Weinen weiterhin Körper und Farbe. Die Farbe des Weins ist ein helles Rubinrot. Er ist subtil fruchtig mit Noten von Kirschen, Erdbeeren und Himbeeren. Außerdem weist er Noten von roten Johannisbeeren und Gewürzen wie Zimt, Nelke und schwarzem Pfeffer auf.

Der Bardolino ist ein Wein, der innerhalb weniger Jahre nach der Ernte getrunken werden sollte.

Er ist ein recht vielseitiger Wein, der folglich leicht zu kombinieren ist. Dementsprechend wird er oft als "All-Mahlzeiten Wein" bezeichnet. Dieser Wein kann jede Art von Gerichten mit Salami, Huhn und Kalbfleisch sowie Roastbeef begleiten. Er passt hervorragend zu Risotto, leichten Nudeln und Suppen und wird ebenfalls gerne zur Pizza getrunken. Der Wein kann direkt bei Kellertemperatur, also bei etwa 15 -16 Grad serviert werden.

Die Weine wurden darüber hinaus im Laufe der Jahre mehrfach mit dem Beaujolais verglichen. Dies wurde unterstrichen, als 1987 Bardolino Novello als Antwort auf die Neuheiten der Beaujolais-Weine eingeführt wurde.

Viele andere italienische DOCs hatten zu diesem Zeitpunkt ebenfalls damit begonnen, Novello-Weine zu produzieren. Der Bardolino ist auf jeden Fall einer der ersten DOC-Weine (Italienisches Qualitätslabel) im Veneto. Das DOC-Label wurde 1968 registriert. In der Novello-Version ist der Wein der erste DOC für einen Nuveau-Wein. Seit 2001 ist Bardolino Superiore als DOCG-Wein anerkannt, der erste in Venetien. Änderungen an den DOC-Beschränkungen von Bardolino und seinem überlegenen DOCG-Wein Bardolino Superiore haben dazu geführt, dass Barbera, Sangiovese, Marzemino, Merlot und Cabernet Sauvignon auch in der Mischung verwendet werden können. Dies ist dementsprechend auf ein kombiniertes Maximum von 20 Prozent begrenzt.

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Bardolino Superiore DOCG

​Bardolino kann als Superiore bezeichnet werden, wenn er einen Alkoholgehalt von mindestens 12% aufweist und mindestens ein Jahr alt ist.
Um die Qualitätsanforderungen an einen DOCG-Wein zu erfüllen, mussten die Hersteller den Ertrag pro Hektar reduzieren. Dafür führten sie Rebenklone ein, die sich eher auf die Qualität als auf die Quantität konzentrierten. In den Weinbergen wird übrigens während der Ernte eine sorgfältige Auswahl der besten Trauben betrieben.

Der Bardolino Superiore DOCG hat eine intensive rubinrote Farbe, die sich im Alter in eine helle granatrote Farbe verwandelt. Die Nase bietet einen besonderen und zarten Duft mit einem trockenen Geschmack. Der Bardolino Superiore hat die gleichen fruchtigen und blumigen Eigenschaften wie der Basiswein Bardolino. Aber er hat zudem mehr Struktur und Körper. Die im Fass gereiften Bardolino Superiore können sich durch ein würziges Aroma auszeichnen. Bardolino Superiore kann seine besonderen Eigenschaften auch bei einer mehrjährigen Reifung beibehalten. Es ist auf jeden Fall besser, ihn innerhalb von 6-8 Jahren nach dem Jahrgang zu trinken. Er kann zu vielen traditionellen venetischen Gerichten wie gekochtem Fleisch mit Birne, Bratenfleisch, Ente und zudem zu einigen Wildgerichten serviert werden. Der Bardolino Superiore DOCG ist der perfekte Wein für gereiften Käse, vegetarische Gerichte und jede andere Art von leckerem Käse. Er wird bei 17 - 19 Grad serviert.

Weinglas Bardolino

Bardolino Novello DOC



Novello bedeutet "neuer Wein". Der Wein kann als Novello bezeichnet werden, wenn er vor dem 31. Dezember des gleichen Erntejahres abgefüllt wird. Er wird in der Regel am 6. November auf den Markt gebracht. Bardolino Novello wird mit der Technik der Kohlensäure Mazeration hergestellt. Bei dieser Technik werden die ganzen Trauben in mit Kohlendioxid gesättigten Tanks vergoren. Dabei findet die Gärung in jeder einzelnen Traubenbeere statt. Der daraus resultierende Wein ist dank des niedrigen Tannin Gehalts fruchtig und geschmeidig. Er ist wenige Monate nach der Ernte trinkfertig, kann aber wegen seiner fehlenden Struktur nicht lange halten.

Bardolino Novello DOC zeichnet sich durch eine elegante sowie intensive rubinrote Farbe aus. Sein fruchtiger Duft erinnert an Himbeeren, Erdbeeren und Wildkirschen. Der Geschmack ist delikat und ebenso frisch. Außerdem ist er lecker, harmonisch und sehr angenehm. Dank dieser Eigenschaften ist er ideal für gegrillten Fisch und insbesondere für Risotto. Ebenfalls ist er für weißes gekochtes Fleisch und Roastbeef geeignet. Der Wein sollte frisch serviert werden. Am besten direkt aus dem Keller bei 14 - 15 Grad.

Trauben Bardolino

Bardolino Chiaretto DOC



Chiaretto ist ein Wort, das auf Italienisch Licht bedeutet. Der Bardolino Chiaretto ist ein Roséwein, der mit einer kurzen Technik der Weinherstellung produziert wird. Der Bardolino Chiaretto DOC hat eine ungewöhnliche sowie unglaublich elegante rosé Farbe. Aufgrund seiner speziellen Farbtöne, erinnert er an die Farbe einer Rose, Koralle und an die eines Lachses. Der blumige Duft wird durch den Duft einer Rose, Glyzinie und anderer Frühlingsblumen geprägt. Der Geschmack ist sehr angenehm, frisch, lecker und erfrischend. Dank seines besonderen Duftes ist der Bardolino Chiaretto DOC der ideale Wein für Antipasti (italienische Vorspeisen), Salami, Parmaschinken und Wurstwaren. Ebenso für Risotto, weißes Fleisch und Pizza. Er sollte übrigens kühl bei 10 - 12 Grad serviert werden.

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Bardolino am Gardasee



Das Städtchen, das dem Wein seinen Namen gab, liegt am Südostufer des Sees. Es befindet sich inmitten der sogenannten Riviera degli Olivi'. Dieses ist eine malerische Hügellandschaft, die von Weinbergen und Olivenhainen dominiert wird. Es gibt viele Möglichkeiten, den berühmten Rotwein genauso wie die ausgezeichneten Oliven in einem der lokalen Weinkeller zu probieren. Die hübsche Altstadt mit ihrer Seepromenade bietet ebenfalls für jeden Geschmack etwas. Besonders nach Sonnenuntergang sind die kleinen Bars und Cafés gute Orte, um sich zu treffen und das Treiben in den Gassen entsprechend zu beobachten. Viele Geschäfte sind bis Mitternacht geöffnet. Dementsprechend ist es eine gute Gelegenheit zum Einkaufen und Flanieren nach einem ausgezeichneten Abendessen.

Neben einer reizvollen Landschaft hat die Region zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten wie Schlösser, Villen und Kirchen. Des weiteren bietet sie aber auch gastronomische Spezialitäten, edle Weine und viel Platz und Möglichkeiten für erholsame Ferien. Besucher der Region können ein Weinmuseum besuchen. An den Hängen der Moränenhügel am Ostufer des Gardasees liegt die Cantina Zeni e Museo del Vino, ein 1870 gegründeter Weinberg mit Verkaufsgeschäft und Weinmuseum. Die Weinstraße von Bardolino ist immerhin 80 km lang.

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Die Weinstraße - Strada del Vino



Die Strada del Vino führt von Lazise über Cavalcaselle nach Castelnuovo. Weiter über Pastrengo nach Affi und zurück nach Lazise. Sie ist über die Uferstraße Gardesana Orientale oder die Autobahnausfahrt Affi zu erreichen. Mit rund 40 Weingütern und Weinbergen, die ihre Produkte verkaufen und Verkostungen anbieten, kannst Du die Strada del Vino mit dem Auto oder Fahrrad erkunden.

Das Weinmuseum - Zeni e Museo del Vino



Das 1991 erbaute Weinmuseum des Weingutes Zeni befindet sich in Costabella, auf einem Hügel mit Blick auf das Dorf am Gardasee. Die langjährige Weinbautradition der Familie Zeni führte den Gutsherrn Gaetano Zeni auf eine Reise durch die Welt des Weins und seine Geschichte. Er verwandelte das Haupthaus dementsprechend in ein Museum.

Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Weinherstellung in all ihren Phasen. Von den Ursprüngen des Weinbaus, der Verarbeitung und der Weinherstellung rund um den Gardasee. Außerdem die Werkzeuge des Küfers und der Abfüllung ist alles ausgestellt. Der Bereich Weinbau stellt darüber hinaus einige der Rebausbildungssysteme vor, wie z.B. das am häufigsten verwendete Guyot-System. Außerdem gibt es alte Werkzeuge zur Schädlingsbekämpfung und mehrere Interpretationen des Pfluges. Wahrscheinlich war dieses das wichtigste Gerät der Landwirtschaft.

Eine Tafel gibt einen Überblick über die Rebsorten. Sie zeigt unter anderem, dass die europäische Rebe Vitis vinifera die wichtigste Rebsorte der Welt ist. Im Ausstellungsbereich Traubenverarbeitung erhalten Besucher einen Einblick in Werkzeuge und Prozesse bei der Verarbeitung der Trauben. Der Raum enthält eine antike Waage zum Wiegen von Traubenkörben, traditionelle Wagen für den Transport sowie ein Trockengestell. Außerdem verschiedene Mühlen zum Maischen von Trauben, wie z.B. die alte Brechmühle, wo Trauben mit den Füßen zerstampft wurden. Die Weinherstellung beinhaltet des weiteren eine Reihe von Weinkellerarbeiten. Die dafür notwendigen Werkzeuge sind im dritten Museumsraum ausgestellt. Sie beinhalten einige Weinpumpen, mit denen der Wein zum Filtern und Klären von einem Fass zum nächsten transportiert wird. Darüber hinaus gibt es Kork-Maschinen vom Mittelalter bis zur Neuzeit.



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